Wie Eltern ihren Kindern bei Computersucht helfen können

Seit Monaten wurde schon nicht mehr intensiv miteinander gesprochen. Die größte Aufmerksamkeit gilt nur noch den sozialen Netzwerken, dem Computerspiel, dem Smartphone. Irgendwie ist aus dem „Miteinander leben“ ein „nebeneinander her leben“ geworden. Auch die Arbeit leidet bereits unter dem Mediennutzungsverhalten, sofern sie überhaupt noch vorhanden ist.

Mediensucht, Computersucht, Smartphonesucht hat nicht nur für den Betroffenen fatale Folgen, auch für die PartnerInnen ist es eine immense Belastung.

Eine der schlimmsten Erfahrungen ist es, hilflos zuschauen zu müssen, wie der geliebte Mensch immer mehr in die Virtualität abtaucht, nicht mehr ansprechbar ist und sich selbst und der Beziehung Schaden zufügt. Oder irgendwann heraus zu bekommen, dass der Partner ein virtuelles Doppelleben geführt hat.

Nicht jedes exzessive Verhalten ist gleich eine Sucht. Und jedes Verhalten hat mehrere Gründe. Ist die intensive Medienbeschäftigung möglicherweise die Reaktion auf irgendwelche Ereignisse oder Enttäuschungen? Hat sich die Beziehung schon länger in eine negative Richtung entwickelt? Wortlosigkeit ist nicht zwingend immer die Folge einer Sucht, sondern kann auch eine Ursache der Flucht in virtuelle Welten sein.

Doch was tun, wenn noch Hoffnung besteht, dass es tatsächlich irgendwann besser wird, dass die Beziehung noch zu retten ist und man den Menschen wieder zu Gesicht bekommt, in den man sich einmal verliebt hat? Wichtig ist in erster Linie, dass man nicht in die Co-Abhängigkeitsfalle tappt. Indem man für die Partnerin putzt, wäscht, kocht und sie bzw. ihn in allen Bereichen entlastet („er würde es ja eh nicht tun“) stützt und festigt man damit unbewusst das süchtige Verhalten.

Auch als Partnerin/ Partner eines/r Mediensüchtigen kann man sich in einer Beratungsstelle Rat und Hilfe holen. Adressen in Hessen finden Sie hier (Link Beratungsstellen). Deutschlandweite Adressen sowie ein Austauschforum finden Sie unter www.aktiv-gegen-mediensucht.de. Beratungsstellen, die Angehörigenberatung anbieten kennen sich auch mit dem Thema Co-Abhängigkeit aus und können dahingehend informieren und beraten.

Entlastend kann auch der Austausch mit anderen PartnerInnen von Mediensüchtigen sein. Hierfür bietet webcare eine deutschlandweit einmalige virtuelle Selbsthilfegruppe für Partnerinnen und Partner von mediensüchtigen Menschen. Ziel der Gruppe ist der Austausch über Erfahrungen und Belastungen sowie die gegenseitige Unterstützung und damit Entlastung. Weitere Infos gibt es auch in unserer virtuellen Selbsthilfegruppe.

 

Für weitere Informationen oder die Anmeldung zur PartnerInnengruppe kontaktieren Sie mich:

Patrick Durner - pd@hls-online.org