Du hast Fragen zum Projekt Webcare oder zum Thema Computersucht? Hier findest du Antworten!

Was ist das besondere an Mediensucht?

In einer mediatisierten Welt werden wir täglich mit Medien konfrontiert. Kaum ein Beruf kommt mehr ohne Computer aus, eine totale Medienabstinenz ist fast unmöglich, wenn man am Arbeitsleben teilhaben will. Bei allen stoffgebundenen Süchten ist dagegen eine völlige Abstinenz möglich um clean zu werden. Um die Mediensucht in den Griff zu bekommen muss also ein kontrollierter Umgang mit Medien gelernt werden und auf spezifische Inhalte wie z.B. Spiele oder soziale Netzwerke verzichtet werden.

Was sind nicht-stoffgebundene Süchte?

Im Gegensatz zu stoffgebundenen Süchten, bei denen dem Körper eine psychoaktive Substanz zugeführt wird, ist bei nicht-stoffgebundenen Süchten eine Handlung zentraler Kern der Sucht. Beispiele für nicht-stoffgebundene Süchte sind: Glücksspiel (z.B. Geldspielautomaten), Medien (z.B. Computerspiele), oder soziale Netzwerke, Arbeiten und Sex.

Letztlich kann alles süchtig machen, was unser Belohnungszentrum im Gehirn stimuliert, uns also ein Glücksgefühl verschafft. Wichtig ist, dass nicht jede Leidenschaft gleich eine Sucht ist.

Wo hört der Spaß auf und wo fängt die Sucht an?

In der Alltagssprache wird sehr schnell der Suchtbegriff verwendet, nur weil jemand etwas gerne und viel konsumiert. Mit der Krankheit Sucht hat das meistens nicht sehr viel zu tun. Eine Sucht hat immer spürbare negative Konsequenzen, der Spaß bleibt auf der Strecke. Süchtige konsumieren nicht mehr aus Spaß, sondern weil sie es müssen, weil sich ansonsten Entzugserscheinungen einstellen. Wichtig ist vor allem, dass erst nach einem Jahr in welchem mehrere Suchtkriterien konstant vorliegen eine Suchtdiagnose gestellt wird. Exzessive Phasen kommen durchaus vor, führen jedoch nicht zwingend in die Sucht.

Wie erkenne ich ob ich oder jemand anderes süchtig ist?

Eine Suchtdiagnose kann und darf nur ein Arzt oder ausgebildeter Therapeut stellen. Insofern ist die Möglichkeit, bei anderen eine Sucht erkennen zu wollen sehr begrenzt. Die Suchtkriterien finden sich auf der Homepage. Wichtig ist, dass die Suchtkriterien mindestens ein Jahr konstant auftreten müssen, damit man es als die Krankheit Abhängigkeit bezeichnen kann.

Wer kann mich bei meinen Problemen unterstützen?

Ein erster Schritt, sich mit der Thematik Mediensucht zu beschäftigen kann die virtuelle Selbsthilfegruppe von webcare sein. Hier kann man sich in entspannter Atmosphäre mit anderen Betroffenen austauschen und so ein Gespür bekommen, wie groß die eigene Problematik ist. Bundesweit gibt es immer mehr Beratungsstellen und Kliniken, die sich auch dem Thema Mediensucht widmen. Eine Liste an Beratungsstellen in Hessen findest du hier. Hilfsangebote in ganz Deutschland sind auf www.aktiv-gegen-mediensucht.de zu finden.

Wie kann ich jemand anderem helfen?

Einen Süchtigen davon zu überzeugen, dass er Hilfe braucht ist schwierig bis unmöglich, solange keine Eigenmotivation vorhanden ist. Es braucht also eine Einsicht beim Betroffenen, dass es eine Veränderung braucht. Eine Möglichkeit ist, dem Betroffenen gegenüber seine Sorge ausdrücken und Unterstützung anbieten. Ob der Betroffene diese annimmt liegt dann nicht mehr in der eigenen Macht. Wichtig: Sollte der Wunsch helfen zu wollen und gleichzeitig nichts tun zu können zu einer immensen Belastung werden, kann man sich auch als Angehörige/r jederzeit an Beratungsstellen wenden. Also rechtzeitig gut für sich selbst sorgen und sich Unterstützung holen! Es ist niemand geholfen wenn man mit dem Betroffenen untergeht.

Auch ein Austausch mit anderen Angehörigen kann hilfreich sein. Hierzu gibt es beispielsweise die Angehörigengruppe bei webcare.

Was kann ich selbst tun um meine Probleme in den Griff zu bekommen?

Der erste Schritt ist, sich mit der Thematik befassen. Heißt die Tatsache, dass du gerade auf dieser Seite bist, ist schon ein Schritt in die richtige Richtung. Eine unverbindliche Möglichkeit, ein Gespür für die eigene Problematik zu bekommen ist der Austausch in einer Selbsthilfegruppe, wie zum Beispiel die virtuelle Selbsthilfegruppe bei webcare. Um weitergehende Hilfe in Anspruch nehmen zu können braucht es eine schonungslose Ehrlichkeit mit sich selbst: Hab ich alles im Griff? Macht es noch Spaß oder ist es zur Normalität geworden oder brauch ich es gar schon? Habe ich schon negative Folgen? Wenn ich schonungslos ehrlich bin und feststelle, dass mein Verhalten mir bereits großen Schaden zufügt heißt es: Stärke zeigen, sich überwinden und Hilfe in Anspruch nehmen. Und diese ist in Deutschland meist sogar kostenlos, also ein unglaublicher Luxus! Beratungsstellen in Hessen findest du hier oder Bundesweit über www.aktiv-gegen-mediensucht.de

Ist das Ergebnis des Internetsucht-Tests immer richtig?

Ein Test ist ein Test, nicht mehr und nicht weniger. Ein Onlinetest kann keine fundierte Diagnose ersetzen, aber eine erste Orientierung geben. Ob das Testergebnis mit der eigenen Einschätzung zusammenpasst, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Der Internetsucht-Test sagt ich bin süchtig. Was nun?

Zuerst einmal gilt: überprüfen ob das zur eigenen Einschätzung passt. Sollte es auch in der Selbstwahrnehmung bereits Überlegungen geben, dass das Medienverhalten nicht mehr im grünen Bereich ist, können weitere Informationen zum Thema Mediensucht möglicherweise hilfreich sein. Diese finden sich unter anderem auf unserer Startseite. Ein Austausch mit anderen Betroffenen kann ebenfalls noch zur klaren Einschätzung beitragen. Hierfür gibt es die virtuelle Selbsthilfegruppe bei webcare. Sollte es bereits Gewissheit geben, dass das eigene Mediennutzungsverhalten unbedingt verändert werden muss, aber die Ideen fehlen, wie das gehen kann, ist ein unverbindlicher Termin in einer Beratungsstelle einen Versuch wert. Adressen in Hessen finden sich hier und bundesweit unter www.aktiv-gegen-mediensucht.de

Wo finde ich Hilfsangebote vor Ort?

Eine Liste an Beratungsstellen in Hessen gibt es hier.

Wo finde ich Hilfe wenn ich nicht in Hessen lebe?

Bundesweite Hilfsangebote finden sich unter www.aktiv-gegen-mediensucht.de Für die Aktualität und Richtigkeit der Einträge kann keine Garantie gegeben werden.

Was passiert in den virtuellen Selbsthilfegruppen?

Das Gleiche wie in realen Selbsthilfegruppen ;-) Die TeilnehmerInnen haben die Möglichkeit, über ihren eigenen Konsum, die Veränderung des Medienkonsums und private Hintergründe der Mediensucht zu sprechen. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer kann selbst festlegen, wie viel sie oder er von sich preisgeben möchte. Wichtigster Teil der Selbsthilfegruppe ist der Austausch der TeilnehmerInnen untereinander, Tipps und Tricks die dem einen geholfen haben, seinen Medienkonsum in den Griff zu bekommen, können möglicherweise auch für den anderen hilfreich sein. Moderiert wird die Selbsthilfegruppe von einem Fachmann, der sich seit 9 Jahren mit Mediensucht beschäftigt und den Reiz der virtuellen Welten selbst ganz gut nachvollziehen kann. Teilweise findet dann auch ein Austausch über aktuelle Trends und Erkenntnisse aus der Welt der Medien statt. Damit die Gruppe nicht zu viel Raum einnimmt sind die Treffen auf einmal pro Woche mit maximal 2 Stunden beschränkt.

Wie kann ich den virtuellen Selbsthilfegruppen beitreten?

Einfachster Weg ist, eine Mail an den Projektleiter Patrick Durner zu schicken und kurz die eigene Situation zu beschreiben. Die Mailadresse lautet: pd@hls-online.org . Dieser sendet dann die Zugangsdaten zur Gruppe zu und los geht´s. Dann muss man nur noch zur entsprechenden Zeit online sein (aktuell immer dienstags 19 Uhr).

Sind die Selbsthilfegruppen anonym?

Es bleibt den TeilnehmerInnen überlassen, ob sie einen Nickname verwenden oder ihren echten Namen. Es reicht auch nur der Vorname. Also ja, die Selbsthilfegruppen sind anonym. Aus Gründen des Datenschutzes wird aktuell nach einer stabilen und sicheren Software gesucht, die sowohl für Mobilgeräte als auch PCs verfügbar ist. Die Gruppen werden per Voicechat geführt, die Webcam bleibt dabei aus.

Kann ich auch außerhalb der Selbsthilfegruppen (online) Beratung bekommen?

Webcare ist ein Selbsthilfeprojekt. Somit ist Beratung und Therapie online in diesem Rahmen nicht möglich. Durch die gute Vernetzung des Projektleiters kann aber an entsprechende Angebote weitergeleitet werden. Also gerne erstmal melden und wir schauen gemeinsam, welches Angebot das Richtige ist.

Kann mir Webcare auch bei stoffgebundenen Süchten helfen?

Durch 10 Jahre Berufserfahrung in der Suchtprävention kann der Projektleiter sehr wahrscheinlich an passende Angebote weiterleiten. Die Selbsthilfegruppen sind allerdings leider auf das Thema Mediensucht beschränkt.

Wo finde ich weitere Informationen zum Suchtthema?

Es gibt zahlreiche wirklich gute Informationsseiten zu allen möglichen Themen der Sucht. Eine sehr gute Anlaufstelle ist in jedem Fall die Website der Hessischen Landesstelle für Suchanfragen.

Ist die Teilnahme an den virtuellen Selbsthilfegruppen verbindlich?

Jede Interessentin und jeder Interessent hat die Möglichkeit, mal in die Gruppe reinzuschnuppern und zu prüfen ob es das passende Angebot ist. Sollte das nicht der Fall sein, wäre eine knappe Info an den Projektleiter eine Geste der Höflichkeit. Sollte die virtuelle Selbsthilfe als hilfreich wahrgenommen werden, seid ihr gerne jederzeit willkommen. Prinzipiell gilt jedoch: Reallife hat immer Vorrang. Also solltet ihr an einem Dienstag lieber ins Kino, Schwimmbad oder euch mit realen Freunden treffen wollen, macht das bitte! :-)

Eine kurze Info an den Projektleiter erleichtert ihm einzuschätzen, wie viele Leute am kommenden Termin da sein werden.

Kann ich in den Gruppen einfach nur zuhören?

Eine Selbsthilfegruppe lebt von dem Austausch der TeilnehmerInnen. Insofern ist es schon wünschenswert, wenn jede/r etwas dazu beiträgt. Es ist aber auch in Ordnung, wenn man zwischendurch auch mal etwas ruhiger ist, da eh nicht immer alle gleichzeitig sprechen können. Jede/r hat die Möglichkeit, den Raum zu beanspruchen den sie/ er braucht oder will um möglichst viel von den Gruppentreffen zu profitieren.

Werden persönliche Daten abgefragt?

Da es für die Weiterentwicklung des Projekts wichtig ist zu wissen, aus welcher Zielgruppe die TeilnehmerInnen stammen werden unter Umständen für die Statistik allgemeine Daten abgefragt wie zum Beispiel Bundesland, ungefähres Alter und wie du auf das Projekt gestoßen bist. Dies ist aber nicht verpflichtend, sondern hilft uns immens die potentielle Zielgruppe besser zu erreichen. Keinesfalls werden Daten wie genaue Adresse oder Telefonnummer abgefragt.

Wer steckt hinter dem Projekt webcare?

Webcare wurde entwickelt von Benjamin Wockenfuß für die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) und wird finanziell unterstützt von der TK in Hessen. Aktueller Projektleiter ist Patrick Durner.

 

Für weitere Fragen

maile mich an unter
pd@hls-online.org

oder schreibe mir auf Facebook:
https://www.facebook.com/HLSwebcare

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