Auch Angehörige leiden bei Computersucht. Selbsthilfegruppen können hilfreich sein

Was man tun kann, wenn Verwandte oder Freunde ständig online sind

Der Sohn sitzt nur noch im Zimmer, wäscht sich nicht mehr, geht auch nicht mehr zur Schule. Die virtuelle Welt reizt ihn mehr als das eigene reale Leben. Neben unzähligen Verweisen wegen zu spät kommens geht es jetzt um alles, denn der Rauswurf aus der Schule steht kurz bevor. Dennoch zeigt der Junge keinerlei Einsehen, von Computersucht oder gar Hilfe will er nix wissen. 

In der Beziehung läuft seit Langem nix mehr. Die Kommunikation ist auf das Nötigste reduziert, man schaut sich nicht mehr an. Doch wenn er an seinem Spiel sitzt, blüht er auf, lacht und hat Spaß mit seinen Mitspielern. Die Arbeit hat er inzwischen verloren, weil er ständig zu spät kam. Das Spiel hat damit seiner Meinung nach nix zu tun. Sein Chef hat einfach keine Ahnung, was er virtuell für eine große Nummer ist. Bald wird er den Durchbruch schaffen und mit seiner Leidenschaft, dem Computerspielen ganz groß Geld verdienen. Allerdings unternimmt er nichts, um diese Pläne voran zu bringen. 

Maßnahmen ergreifen

Computersucht hat viele Gesichter. Waren es noch vor ein paar Jahren in erster Linie Onlinegames, in denen sich Menschen verloren haben, gibt es heute viele andere Internetnutzungsmöglichkeiten, mit denen man sich auch bestens aus der Realität flüchten kann. Seien es soziale Netzwerke, Videostreamingdienste oder auch Shoppingportale. Als Angehörige von Computersüchtigen muss man hilflos mit anschauen, wie der Mensch den man liebt sich mehr und mehr aus dem realen Leben verabschiedet und so in die Perspektivlosigkeit steuert. Man wünscht sich, dass die- oder derjenige endlich ein Einsehen hat und sein Leben wieder in die Hand nimmt und Hilfe annimmt. 

Der schwierigste Schritt bei einer Sucht, also auch bei Computersucht ist, sich einzugestehen dass man die Sache nicht mehr im Griff hat. Hilfe kann man nicht erzwingen, so schwierig das als Angehörige/r auch ist. Doch wie soll man reagieren, was kann man tun? 

Wenn die Belastung durch die Computersucht ihres Kindes, Partners, Freundes zu groß wird, ist es allerhöchste Zeit, sich selbst Hilfe zu holen. Beratungsstellen in Hessen, an die Sie sich auch als Angehörige wenden können finden Sie hier.

Darüber hinaus kann der Austausch mit anderen Angehörigen hilfreich sein. Gegenseitige Unterstützung und Aufmunterung, sowie das Teilen von Erfahrungswerten kann zur Entlastung beitragen.

Webcare bietet auch Angehörigen eine virtuelle Selbsthilfegruppe die sich online trifft und professionell moderiert wird. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

 

Kontaktieren Sie mich unter pd@hls-online.org und ich werde mit Ihnen die nächsten Schritte planen.